Meine Ahnen


Die Vorfahren

Die Vorfahren der heutigen Rall's waren väterlicherseits im Wesentlichen im schwäbisch-württembergischen Raum angesiedelt, wobei die Schwerpunkte Eningen unter Achalm, Geislingen/Steige und Biberach/Riß hervorzuheben sind. Mütterlicherseits sind sie im Wesentlichen in Bayern und der Pfalz angesiedelt. Als Schwerpunkte Mannheim, München, Würzburg und Augsburg zu nennen.

Karte des Herzogtums Württemberg 1789

Die direkte Linie der Familie Rall stammt aus Eningen unter Achalm bei Reutlingen und ist dorthin zwischen 1470 und 1518 zugewandert oder hat dort unter anderem Namen schon immer gelebt.

Eningen unter Achalm

Woher die Rall's kommen ist nicht klar. Es gibt hierzu die unterschiedlichsten Erklärungsversuche.

In den USA kursiert die Geschichte von dem Italiener Mr. RALLO der mit seinem Herren auf die Achalm kommt in Eningen heiratet, das "O" in seinem Namen streicht und damit die Dynastie der RALL begründet.

Eine Variante hiervon ist der italienische Besucher der aus dem Ort Rallo nach Eningen kommt dort heiratet und nach seinem Herkunftsort Rallo genannt wird. Auch er streicht dann das "O" in seinem Namen und wird zum Stammvater der RALL.

Die Familie Rall aus glaubensgründen aus dem Salzburger Land ausgewandert.

Professor J.A. Schmeller setzt RALL mit ROLL gleich. Rollwagen waren über Land fahrende Fahrzeuge, die fahrenden Landboten waren Roller oder Raller. Einen Hainz ROLL finden wir 1383 in Würtingen nicht weit von Eningen.

Dr. Gottfried Maier schreibt in seinem Buch "Alt-Reutlinger Familien" erschienen 1922, daß die Ralls vermutlich schon immer in Eningen ansässig waren und der Name eine Abkürzung des Personennamens RAGO oder Koseform RAGILO - bedeutet der Recke oder der Ratende - sei und in Eningen früher als Familienanmen RAGER, RAGNER oder auch RAGAUER auftauchen.

Der Mönch Sulger erwähnt in seinen Zwiefalter Annalen (I. 317), daß 1385 eine Haile RELLIN aus Reutlingen eine größere Stiftung an das Kloster Zwiefalten gemacht habe, und nochmals 1392 ein Conrad LORICUS und Hayle RELLINA so ansehnliche Stiftungen gemacht hätten, daß die Besitzungen des Klosters im im Uracher Tal von einem Pfand von 1100 Gulden gelöst werden konnten. Vieleicht ist sie ja die erste Vorfahrin mit dem späteren Namen RALL.

Ich glaube, daß die Ralls immer in Eningen gelebt haben. Vermutlich ist der Familienname Rall aus einem Spitz- oder Übernamen entstanden. Diese wurden, wie häufig auch der Vorname des Vaters oder der Hofname, zur Unterscheidung der vielen Personen mit gleichem Namen benutzt und fanden auch in amtlichen Dokumenten wie in Kirchenbüchern Anwendung. Selbst im 19 Jahrhundert finden wir sie noch in amtlichen Steuerlisten. Irgendwann zwischen 1470 und 1518 wurde dann aus einem Spitz- oder Übernamen der Familienname RALL.

Woher die RALL's wirklich kamen wird trotz aller Erklärungsversuche wohl immer ein Geheimnis bleiben.

Was wir sicher wissen:

Im Lagerbuch des Klosters Zwiefalten werden 1518 erstmalig drei Personen mit dem Familiennamen RALL in Eningen genannt:

Eberlin Rall,

Ludwig Rall und

Michael Rall.

Im Herdstättenverzeichnis von 1525 waren wiederum drei Personen mit dem Nachnamen RALL verzeichnet. Es werden genannt:

Rall "der Allt",

Ludwig Rall und

Hans Rall.

Im Jahre 1542 steuerten zur Türkenhilfe fünf Familien Rall bei. Es werden genannt:

Hans Rall,

Jörg Rall,

Ludwig Rall,

Gall Rall und

Eberlins Kinder

Hans Rall der begütertste besaß damals ein Vermögen von 300 fl.

Im Jahr 1581 werden bereit 6 Familien mit dem Familiennamen RALL gezählt:

Rall, allt Hannß

Rall, Gall - Anna

Rall, Hans genannt "Relle" - Anna

Rall, Hans genannt "der Jung" - Maria

Rall, Jerg - Christina

Rall, Michel - Steffler, Barbara

Der nachweisbar erste Rall in diesem Stammbaum, der Ahnherr der heutigen Familie Rall ist:

Hannß RALL, er wird 1581 "Rall, allt Hannß" genannt. Von Beruf ist er Forstknecht. Er wird urkundlich 1549 als Forstknecht und 1581 als "Rall, allt Hannß" und ist wohl um 1510 geboren und um 1585 gestorben.

In den bereits erwähnten Eninger Familien-Büchern von Herrn Georg Seemüller werden bis zum Jahr 1800 insgesamt 313 Familien mit dem Namen RALL aufgeführt. Das ist der Familienname der bei Weitem am häufigsten in Eningen auftaucht.

Taufeintrag 1589 und Trauung 1611 von Martin Rall

Alte Eninger Familiennamen

Der Familienzweig HEIß - STRAUB spaltet sich nach der Herkunft in mehrere Teile. Die Familie STRAUB eine "Müller-Dynastie" stammt väterlicherseits aus der Gegend um Geislingen an der Steige mit einer Abzweigung nach Heidenheim/Brenz und Umgebung, mütterlicherseits ist, wie bei der Familie HEIß, der Hauptsitz Biberach/Riß und Umgebung mit einem Abzweig in die Gegend von Reutlingen-Tübingen.

Geislingen an der Steige
Biberach an der Riß

Die Familienzweige CRAMER/KRAMER und MORALT/MURALTER tauchen erstmals 1720 in Mannheim auf.

Sowohl die CRAMER/KRAMER als auch die MORALT/MURALTER sind erstmalig um 1720 in den Mannheimer Kirchenbüchern aufgetaucht. Es steht zu vermuten, dass sie mit dem kurpfälzischen Hofe nach Mannheim kamen. Als Kurfürst Karl Philipp III. (1716-1742) seinem Bruder Kurfürst Johann Wilhelm (1690-1716) nachfolgte, wurde der kurfürstliche Hof von Düsseldorf nach Neuburg an der Donau verlegt. Karl Philipp hatte vorher in Innsbruck Hof gehalten. 1718 wurde der Hof dann von Neuburg nach Heidelberg verlegt und nach Querelen mit den Heidelberger Bürgern, aufgrund der Rekatholisierungsbemühungen des Kürfürsten, verlegte er den Hof dann 1720 nach Mannheim.

Es ist also anzunehmen, dass die MORALT/MURALTER und CRAMER/KRAMER 1720 mit dem Hof von Heidelberg nach Mannheim kamen und, dass sie schon in Düsseldorf oder Innsbruck Hofbeamte waren und dann über Neuburg schließlich nach Heidelberg kamen.

Die MORALT/MORALTER oder MURALT/MURALTER kamen ursprünglich aus der Gegend von Locarno und sind im Zuge der Gegenreformation in die Schweiz, Östrreich und Deutschland vertrieben worden.

Die Münchener Künstlerfamilie Moralt.

Joseph Paul CRAMER wurde 1750 bei seiner Trauung "Herr Durchlaucht" tituliert. Er war also vermutlich ein Hofbeamter.

Trauung von Josef Paul KRAMER 1750 in Mannheim

Johann Jacob CRAMER (1705-1770), soll ursprünglich laut aus Schlesien nach Mannhein gekommen sein. Er wird 1729 als Flötist Mitglied der kurfürstlichen Hofkapelle. Seine Tochter Maria Anna CRAMER (* 1744) heiratet Adam MORALT und kommt mit ihm nach München. Sein Sohn Johann Wilhelm CRAMER (*1746 Mannheim, + 1799 London), ein bekannter Violinist und Sologeiger bei der Hofkapelle, geht 1773 nach London und ist dort ein beliebter Kapellmeister. Er ist der Vater des Pianisten unt Komponisten Johann Baptist CRAMER (*1771 in Mannheim, + 1858 Kensington).

Johann Wilhelm und Johann Baptist CRAMER

Johann Jacob CRAMER soll in Sochau in Schlesien geboren sein. (Quelle: ADB, Band 4, Seite 551) - es ist mir bisher nicht gelungen diesen Ort zu finden.
Ob die ebenfalls aus Mannheim kommende Familie von Josef Paul CRAMER (*um 1715 Unbekannt, + 1778 Mannheim) mit der Familie von Johann Jacob CRAMER verwandt ist, ist noch unklar.

Mannheim

Der Familienzweig ILGEN stammt wohl aus Heuchelheim in der Pfalz und der Familienzweig RÖMMICH stammt aus der Gegend um Zweibrücken, Meisenheim und Bischwiller im Elsaß.

Würzburg

Der Familienzweig SEISSER stammt aus fränkischen Raum um Würzburg. Nach einer Familienüberlieferung sind die SEISSER Ende des 16. Jahrhunderts wohl aus Südtirol zuerst nach Ochsenfurt zugewandert und später in die fürstbischöfliche Stadt Würzburg übergesiedelt.


Hans Jörg Rall 2002


Pos1

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